Verschleißmechanismen

Verschleißmechanismen sind in der Regel unerwünschte Mechanismen die zum Spontanversagen führen können (Adhäsion, Fressen), zumindest jedoch die Lebensdauer tribologischer Kontakte begrenzen können (Werkstoff-Ermüdung, Zerrüttung, tribo-chemische Vorgänge, Verschleiß).

 

Typische Verschleißmechanismen sind
  • Abrasion
  • Zerrüttung/Ermüdung (Werkstoffermüdung auf Grund mechanischer und/oder tribologischer Beanspruchung, auch von der Oberfläche oder oberflächennah ausgehendes Versagen z.B. Mikropittings, Grübchen)
  • Adhäsion
  • tribochemische Reaktionen (z.B. durch Oxidation)

 

Zudem gibt es Mechanismen, wie
  • Kavitationserosion,  Strahlverschleiß, Erosionsverschleiß
  • Fretting
  • Korrosion, Spannungsrisskorrosion
  • Werkstoff- und/oder Gefügeveränderung wie z.B. durch Wasserstoff-Versprödung

 

Verschleißmechanismen bestimmen das Arbeitsgebiet und die Versagensgrenzen des Tribo-Kontakts

Zuverlässiges Arbeitsgebiet und Versagensgrenzen durch die Verschleißmechanismen
(schematische Darstellung für einen Wälzkontakt)

Das Design und die Rand- und Umgebungsbedingungen beeinflussen das Auftreten und auch die Intensität der Verschleißmechanismen.

Der für das Produkt zu erwartende Betriebsbereich sollte innerhalb des zulässigen Arbeitsbereichs liegen (inkl. Streuungen). Die Versagensgrenzen der Verschleißmechanismen (wear-map) können für den Einsatz einer Technologie oder eines Produktes ermittelt werden.

 

 

Verschleißmechanismen Adhäsion Schmierfilmversagen FressenUrsachen für Adhäsionsversagen sind bspw. mangelhafte Schmierfilmbildung/Benetzung der Oberfläche oder auch Schmierfilmversagen durch Scherbeanspruchung (verursacht bspw. durch hohe Schlupfanteile durch stehende Wälzpartner)

 

Verschleißmechanismen Grübchen Pittings, Ermüdung,Risse, Oberflächenversagen,Mikropitting, MikrogrübchenErmüdung (Zerrüttung, Pittings) entstehen sobald die mechanische Ermüdungsgrenze eines der Wälzwerkstoffe überschritten wird. Bei einem Betrieb unter Mischreibungsbedingungen (Rauheitskontakte), durch Verunreinigungen, Partikel und auch durch die Veränderungen der Topografie (Verschleiß, Abrasion) ist die Ermüdung ein unvermeidbarer Verschleißmechanismus. Die Ermüdung begrenzt die Lebensdauer.

 

 

Verschleißmechanismen werden wesentlich beeinflusst von den eingesetzten Werkstoffen und den Schmierstoffen und Additiven. Zudem von Zwischenstoffen in den Kontakten, deren Veränderungen (Verschmutzung, Wasseraufnahme) und Alterung im Laufe des Betriebs. Für diese Beurteilung sind auch die Umgebungsbedingungen zu berücksichtigen.

Zahlreiche Einflussfaktoren auf die Verschleißmechanismen bieten Potenzial zur Optimierung der Lebensdauer, der Reibwerte und damit auch der Energie-Effizienz tribologischer Kontakte. Für ein robustes Design müssen die Einflüsse, deren Streuungen und Auswirkungen bekannt sein und bewertet werden. Dabei gilt es auch Wechselwirkungen und Überlagerungen zu berücksichtigen.

In der Regel können Verschleißmechanismen oder Versagensmechanismen durch das geeignete Design und den Betrieb innerhalb der als zulässig definierten Randbedingungen ausgeschlossen werden.

Diese Betrachtungen ermöglichen die Bewertung der Zuverlässigkeit und Grenzen eines Designs.

Die Dissertation Wälzkontaktermüdung bei Mischreibung gibt Einblicke in Verschleißmechanismen von konzentrierten tribologischen Kontakten und bewertet deren Einfluss auf die Lebensdauer. Link zur veröffentlichten Dissertation Wälzkontaktermüdung bei Mischreibung

 

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